| 1996 trat Hinrich Meyer als
Miteigner bei "ALFRED" ein.
Nachfolgend standen Entrostung/Konservierung
im Schiff und Schweißarbeiten auf dem Programm: 1913 genietete
Bodenwrangen, der Maststuhl des Großmastes, ein neues Maschinenraumschott,
Ruderanlage, Schanzkleid und vieles andere.
Das Jahr 1996 wurde von der Eignergemeinschaft
beschlossen mit dem Stellen des 17m-Großmastes, "ALFRED" bekam wieder den
unübersehbaren Blickfang eines Segelschiffes !
Seit 1997 hält H. Meyer "ALFRED"
allein.
Danach ging es ans Aufriggen und Malen,
39 Blöcke, ca. 400m Tauwerk , viele Kilo Mennige und Farbe (überwiegend
verstrichen von Monika und Malte, Frau und 8-jähriger Sohn von Hinrich)
kamen in das Schiff, als Klüverbaum und Gaffel konnten Stengen von
des inzwischen leider zersägten Haikutters "HISSÆ Y" umgearbeitet
werden.
Freude bereitete auch der Nachbau einiger
Details, z.B. die verrotteten Schwertgehänge auf der Backbordseite, für
die Originale an Steuerbord gilt:: 1913 in Holland geschmiedet, 1997
verzinkt und jetzt noch gefahren, wahrscheinlich in Deutschland die
einzigen original erhaltenen 1913 geschmiedeten Schwertgehänge. Die zu
kleinen Seitenschwerter (Foto von 1931 zeigt die Originale) werden vorerst
noch gefahren, ein Nachbau der Originale wird aber erforderlich
sein.
Am 18.Juli 1997 konnte "ALFRED" seinen
Liegeplatz im Museumshafen Greifswald wieder mit eigener Kraft
verlassen!
Der Höhepunkt war aber das Winteransegeln am
Nikolaustag 1997, mit Gästen und qualmendem, aber punschwärmendem Herd,
ging "ALFRED" auf die zweite Jungfernfahrt. Mit geliehener Besegelung von
der "ERNESTINE" Rolli Reeckmanns, die für "ALFRED" zwar zu klein war, aber
das Segeln nach über 60 Jahren für das Schiff möglich machte.
1998 war erst einmal ohne Segel geplant, die
geliehenen mußten zurückgegeben werden. Völlig überraschend bekam ALFRED dann doch noch Segel, gerade noch
rechtzeitig für diese Törns: Jochen Storbeck spendierte Groß und Fock der
Erstbesegelung seiner "PETRINE" (25m-Seeewer)! Nach Umarbeitung durch die
Segelmacherei Boldt in Ribnitz hatte "ALFRED" endlich passende Segel. Am
Tag vor dem Auslaufen zur vorpommerschen Segelwoche waren sie fertig
und konnten an die inzwischen mit Hochdruck fertiggestellte Gaffel
angeschlagen werden.
So konnten die Sommertörns unter Segeln
gefahren werden und die Ausführung des laufenden Gutes bestand diese
Bewährungsprobe, sogar zu dritt, mit Frau Monika und neunjährigem Sohn
Malte, ließ sich die Segelei handhaben!
Inzwischen haben schon über 200
Gäste das Segeln auf "ALFRED" genießen können, darunter auch
asthmakranke Kinder aus Zypern bei der
"CHRISTIAN-MÜTHER-Gedächtnisfahrt".
Das Jahr 2000 brachte auch die erste
Frachtfahrt für "ALFRED" nach fast 50 Jahren: die zwei neuen Glocken für
die Kirche in Greifswald-Wieck wurden nach Wieck transportiert !! Nachdem
die Glocken von dem Museumskran "CONDOR" (Bj. 1910) im Museumshafen
Greifswald auf "ALFRED" gehievt wurden ging es unter den Klängen des
mitfahrenden Posaunenchores und über die Toppen geflaggt den Ryck hinab,
es war es eine ehrenvolle Frachtfahrt.
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